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Bergtouren

Oberes Sihltal April 2012
Ausgangspunkt für diese kurze Schneeschuh-Wanderung ist Studen, mit dem Auto fährt man so weit es geht entlang vom Golfplatz und weiter ein gutes Stück ins Tal bis die Strasse nicht mehr passierbar ist. Danach geht es mit Ski`s oder Schneeschuhen weiter entlang der Strasse bis man den Talkessel erreicht, bis hier handelt es sich um eine einfache und kurze Wanderung. Selbstverständlich kann man hier weitergehen, doch der Weg wird nun steil und beschwerlich und setzt eine gewisse Kondition und Erfahrung heraus.
Vorsicht, das Obere Sihltal ist stark Lawinen gefährdet, die zahlreichen Lawinenkegel sprechen eine deutliche Sprache. Bei meiner Tour waren die Lawinen jedoch alle schon ins Tal gedonnert, somit ging davon keine Gefahr mehr aus. Zu beachten gilt auch noch, das die Strasse durch das Munition-Erprobungszentrum Ochsenboden führt, unbedingt Schiesstage beachten, die Strasse ist dann jeweils gesperrt.

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Werner Bindschedler, April 2012 

 
 Allalinhorn 4027 M.ü.M.

Endlich wieder einmal ein 4000er, allerdings dieses Jahr nur eine leichte und kurze Tour auf das 4027 Meter hohe Allalinhorn bei Saas Fee.

Traumhaftes Wetter und extrem gute Verhältnisse sorgten dann auch für eine absolut problemlose Tour. Wie erwartet waren wir nicht die einzigen, so reihten sich Seilschaft hinter Seilschaft in die Aufstiegsroute ein. In gemütlichen Tempo geht es langsam vom Sommerskigebiet Mittelallalin (3457m) welches wir schnell und einfach per Luftseilbahn und Alpinmetro erreichen, in Richtung Feejoch. Schon nach einer Stunde und 15 Minuten geniessen wir einen kurzen Zwischenhalt auf dem Feejoch (3826m), hier eröffnet es uns einen ersten traumhaften Blick auf die umliegenden 4000er. Nur 45 Minuten später stehen wir auf dem 4027 Meter hohen Gipfel, oder besser gesagt im Stau auf dem Gipfelgrat.

Auf dem Vorgipfel geniessen wir dann noch die traumhafte Aussicht, für einmal haben wir keinerlei Stress und sogar genügend Zeit zum essen. Jetzt hätte ich einmal Zeit zum essen, aber nach dem ausgiebigen Frühstück im Hotel, gar keinen Hunger.

Noch vor Mittag erreichen wir wieder die Bergstation Mittelallalin, zwar war der Schnee etwas weicher geworden, was aber auf dieser einfachen Tour gut zu verschmerzen war. Das Allalinhorn ist ein einfach zu erreichender 4000er, unterschätzen darf man aber diese Tour trotzdem nicht. Man bewegt sich in hochalpinem Gelände, Spaltengefahr, Gletscherabbrüche, Wetterumstürze und die dünne Luft muss man jederzeit berücksichtigen. Seilsicherung und Steigeisen sind zwingend notwendig, obwohl, wie wir selber mitansehen mussten, dies nicht von jedermann/frau befolgt wurde.

Ein Dank geht an unseren Bergführer Peter, wie gewohnt führte er Margrit (Schweschterli) und mich, sicher auf den Gipfel und wieder zurück!

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 Werner Bindschedler, August 2011


 

Kl. Sternen - Forstberg - Drusberg 2282 M.ü.M.

Da wir am Morgen noch etwas ausschlafen wollten entschieden wir uns für die Route ab Bergstation Sternen. Mit der Seilbahn Weglosen - Seebli und anschliessend mit der Sesselbahn legen wir, kurz vor Mittag, gemütlich unsere ersten Höhenmeter zurück. Von dieser Anstrengung sichtlich gekennzeichnet, machen wir unseren ersten Rast im Bergrestaurant Sternen und essen zuerst einmal zu Mittag! Nach einem feinen Essen und vollem Magen starten wir auf dem Grat Richtung Kl. Sternen, diese Überschreitung ist etwas ausgesetzt und verlangt Trittsicherheit und gutes Schuhwerk, ist es zusätzlich doch auch noch nass und rutschig. Danach geht es den blauweissen Markierungen folgend weiter zum Felsband unterhalb des Gipfelaufbaues des Forstberges. Der Einstig ist gut sichtbar und mit Ketten abgesichert, diesen folgend steigen wir im Felsen und Geröll empor. Etwas Vorsicht ist hier angesagt, vor allem auf Steinschlag ist hier zu achten. Unter uns folgen ein paar der schlauen Sorte, nur mit Turnschuhen ausgerüstet sind sie sehr schnell unterwegs....... möglicherweise im Abstieg noch etwas schneller.....!!! Nach der kurzen und einfachen Kletterei folgt wieder eine Alpwiese bis auf den Gipfel. Diesen besuchen wir nur ganz kurz, infolge des schönen Wetters hat es hier kaum Platz zum verweilen. Also setzten wir unsere Tour weiter fort und steigen wieder etwas ab und folgen dem gut sichtbaren Pfad bis auf den Sattel zwischen Drusberg und Forstberg. Von hier ist es dann auch nicht mehr weit auf den Gipfel des Drusberges, welchen wir bald darauf über einen mässig schmalen Grat erreichen. Besonders im Herbst lohnt sich diese Tour ganz speziell, nämlich dann, wenn der Nebel bis in die Täler vordringt und für ein tolles Naturschauspiel sorgt. Wir verweilen hier sage und schreibe fast zwei Stunden, ehe wir wieder absteigen. Im Abstieg wählen wir die Route über die Chäseren, wo wir dann auch in die Nebelsuppe eintauchen und der Strasse bis Weglosen folgen.

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Red. WBi Oktober 2010



Mönch & Jungfrau 4107 / 4158 M.ü.M.

Gleich zwei Viertausender standen diesmal auf dem Programm: der relativ einfache Mönch und die anspruchsvolle Jungfrau. Die ersten Höhenmeter bewältigen wir, Peter unser Bergführer, Margrit und meine Wenigkeit, in einem beachtlichen Tempo ... mit der Wengeneralp- und Jungfraubahn. Während der Fahrt hatte ich noch kurz telefonischen Kontakt mit Erik, der am Vortag den Mönch bestiegen hatte und der sich jetzt im Aufstieg zur Jungfrau befinden sollte. Seine Aussagen über den langen und extremen Grat am Mönch machten mir doch sichtlich Mut. Dass er dann auch noch berichtete, den Aufstieg zur Jungfrau wegen Steinschlags und wegen einer Verletzung abgebrochen zu haben, war unheimlich motivierend. Nach dieser „Hiobsbotschaft“ gönnten wir uns zuerst einmal eine Pause mit Kaffee und Gipfeli ehe wir uns für den Mönch bereit machten. Erste Priorität war für mich möglichst viel Proviant in meine Taschen zu verteilen, kannte ich doch Peters Möglichkeiten sich zu verpflegen nur  zu gut vom letzten Jahr (siehe Tour auf den Weissmies). Vera hatte mir zu Hause auch noch den einen oder anderen Energiespender eingepackt, darunter auch noch etwas Doping. Weil dieses Präparat auf der internationalen Dopingliste zu finden ist, will ich es nicht näher erläutern, da mir sonst am Ende die beiden Viertausender noch aberkannt würden. Margrit belächelte mein Sortiment an Proviant und die grosse Menge an Tee etwas. Doch wer wollte wohl später unbedingt von meinem Tee und meinem Traubenzucker? Schon bald standen wir am Einstieg des Mönchs. Den unnötigen Ballast konnten wir hier noch deponieren, anschliessend ging es gleich mit leichter Kletterei los. Nach einem kurzen Aufstieg mussten schon die Steigeisen montiert werden, die Kletterei mit den Steigeisen im Fels war  etwas gewöhnungsbedürftig. Nach mehreren Felspartien und einigen schneebedeckten Graten war der Gipfel zum Greifen nah, wenn da nur nicht noch der messerscharfe, etwa 250 Meter lange Gipfelgrat zu bewältigen gewesen wäre. Grate in dieser Dimension zu begehen gehört nun wirklich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Peter ermahnte uns  eingehend zu höchster Konzentration und verbot uns jeglichen Blick in die Tiefe. Ehrlich gesagt hatte ich auch gar kein Bedürfnis während dieser Überschreitung auch nur einen Blick in den Abgrund zu werfen. Wusste ich doch, dass es auf der einen Seite etwa 600 Meter und auf der anderen über 1000 Meter runter geht. Voller Freude erreichten wir kurz darauf den Gipfel. Eisiger Wind pfiff uns um die Ohren, sodass wir schnell wieder den Abstieg in Angriff nahmen. Wie ich schon befürchtet hatte, durfte ich nun unsere Seilschaft anführen. Jetzt sah ich natürlich etwas mehr von diesem gefürchteten Grat und hatte auch den Blick in die Tiefe offen, doch erstaunlicherweise fühlte ich mich je länger je wohler auf diesem Pfad. Dass wir dann hier noch eine Seilschaft kreuzen mussten, wäre wirklich nicht notwendig gewesen, immerhin sind sie in die Flanken ausgewichen.

Margrit bekundete derweil einige Kämpfe mit den Tücken der Felsen, dies hatte zur Folge, dass ich immer wieder abrupt vom Seil gestoppt wurde und ich mir etwas wie ein Hund an einer zu kurzen Leine vorkam. Trotz Leinenzwang erreichten wir am Nachmittag die Mönchsjochhütte, unser Nachtquartier. Da wir keine Einzelzimmer mit Dusche und Bad vorfanden, begnügten wir uns eben mit einem grösseren Massenlager. Wie gewohnt deutete sich daraufhin eine schlaflose Nacht an. Den Abend verbrachte ich vorerst mit zahlreichen Versuchen, per Handy Kontakt zu Vera aufzunehmen. Dabei harrte ich immer wieder bei eisiger Kälte draussen aus, immerhin schaffte ich es schliesslich per SMS. Nach einem sehr guten Nachtessen (diesmal nicht ironisch gemeint) ging es relativ früh ins Bett. So hatte ich mehr Zeit zum Schafe zählen (übrigens waren es beachtlich viele), bis mich dann doch noch der Schlaf übermannte. Immerhin kam ich so auf knapp 3 Stunden richtigen Schlaf, ehe Peter dem ein jähes Ende setzte: Tagwache um 03.45 Uhr ! Mit sehr kleinen Äuglein ging es dann zum Frühstück, wobei ich einige Scheiben Brot herunterwürgte und dazu eine kaffeeähnliche Brühe trank. Schon um 04.30 Uhr war Aufbruchstimmung. Leider war Margrit nicht fit genug für unseren 2. Viertausender und musste vorzeitig aufgeben. Darum startete ich alleine mit Peter und wusste zugleich, dass heute das Tempo bedeutend höher sein würde. Wir überquerten in absoluter Dunkelheit, ausgerüstet mit Stirnlampen, den Gletscher und erreichten schon bald den Einstieg zur Jungfrau.

Was ich da im Schein der Stirnlampe erblickte, liess mir das Blut in den Adern gefrieren: eine etwa 40 Meter hohe, beinahe senkrechte Eiswand. „Da muss ich hoch?“, schaute ich Peter fragend an. Ich hatte gerade noch kurz Zeit zu intervenieren, dass ich noch nie im Eis geklettert sei. Ich kam  noch in den Genuss einer Kurzinstruktion, doch ehe ich mich richtig besinnen konnte, hielt ich schon das Seil zum Sichern in der Hand und Peter war bereits in der Wand. Es dauerte etwas bis Peter die Wand bezwungen hatte, benötigte er doch einige Eisschrauben zur Sicherung. Dabei beobachtete ich ihn im Licht meiner Stirnlampe ganz genau, erstens um bereit zu sein ihn im Notfall zu halten und zweitens um zu sehen wie er mit Steigeisen und Pickel arbeitete. Bevor ich mir Gedanken machen konnte wie ich diese Wand bezwingen sollte, war ich schon mitten darin unterwegs. Unter dem Motto die Wand so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, stieg ich im Eiltempo empor. Überrascht, wie gut das ging, stand ich schon bald oben bei Peter. Auf diesen kräfteraubenden Aufstieg folgte leichte Kletterei etwa im 3. Schwierigkeitsgrad. Dafür entledigten wir uns auch von den Steigeisen. Anschliessend ging es mässig steil wieder im Eis und Schnee weiter, ehe wir eine weitere Steilstufe problemlos überwunden hatten. Jetzt wurde es doch noch mal richtig heikel, denn eine Traverse, teilweise mit Blankeis durchsetzt, verlangte noch einmal alles von mir ab. Der Gipfelaufbau, zuerst sehr steil über Schnee und Eis und anschliessend über Fels, war im Aufstieg gut zu bewältigen. So durfte ich bereits um 09.00 Uhr das Gipfelpanorama geniessen. Unglaublich, sogar Zeit um etwas kleines zu essen stellte Peter mir zur Verfügung. Super, jetzt hätte ich essen können, hatte aber praktisch keinen Hunger! Unserem Zeitplan waren wir weit voraus und das war sehr gut, wollten wir doch durch den Gletscherabbruch absteigen. Daher verweilten wir auch nur gerade 15 Minuten auf dem Gipfel. Im eisigen Steilhang begegneten wir dann noch einer sehr mutigen deutschen Seilschaft, welche sich im Aufstieg befand. Oder waren sie eher etwas dumm? 5 Bergsteiger am selben Seil, in sehr steilem mit Blankeis durchsetztem Gelände. Vielleicht war es aber auch einfach eine grossartige Solidarität unter diesen 5 Bergsteigern, einer stürzt ab und alle folgen ihm !? Peter war jedenfalls nur wenig begeistert über ihre Anseiltechnik und bat sie höflich, aber bestimmt, eine Eisschraube zu setzen um uns nicht auch noch zu gefährden.

Dass wir später noch einen Einzelgänger auf dem Gletscher erblickten, passt wohl zum selben Thema, wie auch jene zwei Deutsche in Turnschuhen, welche uns bei der Mönchsjochshütte freundlich nach dem Wanderweg auf den Mönch fragten.

Wenden wir uns nun aber wieder unserem Abstieg zu. Die heikle Traverse im Blankeis stufte ich im Abstieg noch etwas schwieriger ein, denn sie benötigte viel Kraft und volle Konzentration. Immerhin geht es dort weit über 1000 Meter runter. Diese Passage erlaubte nur eine einzeln gesicherte Begehung, so musste diesmal auch ich eine Eisschraube setzen um Peter zu sichern. Die anschliessende Steilstufe bot auch im Abstieg keinerlei Schwierigkeiten. Jetzt wurde es noch mal richtig spannend, weil die weitere Route  uns von nun an durch den imposanten Gletscherabbruch führte. Diese Abstiegsvariante war auch der Grund warum Peter immer auf die Zeit drängte: je wärmer es wurde, desto gefährlicher würde diese Route. Wir waren aber derart gut im Zeitplan, dass wir kaum einen Eisabbruch zu befürchten hatten. Schon bald kamen wir an eine der Abbruchstellen, welche nur mit Abseilen zu bewältigen war. Es war ein weiterer Höhepunkt dieser Tour, freihängend im ewigen Eis abzuseilen. Dass am Fuss der überhängenden Eiswand sich auch noch ein gewaltiger Gletscherspalt präsentierte, bedeutete zusätzlich eine Herausforderung. Mein „Abseillift“ führte nämlich geradewegs in diese Spalte. Peter konnte meine „Stopp-Rufe“ nicht hören, so hatte ich einige Probleme den Rand des Spaltes zu erreichen und musste wieder ein bis zwei Meter aus dem Spalt „kraxeln“. Danach ging unsere wunderschöne Tour langsam aber sicher dem Ende entgegen. Einige tiefe Spalten erforderten jedoch bis zum Schluss noch unsere volle Aufmerksamkeit, doch noch vor 12.00 Uhr mittags erreichten wir wohlbehalten das Jungfraujoch.

Route Mönch           Route Jungfrau          Fotogalerie

Red. WBi September 2009



 

Gross Muttenhorn 3099 M.ü.M


Von der Furka-Passhöhe geht man gemächlich dem guten Wanderweg entlang bis zur Verzweigung Richtung Tällilücke. Jetzt sieht man auch schon im Südosten das stolze Muttenhorn. Ab hier folgt man den Wegspuren  in die Lücke. Ab der Tällilücke umgeht man den Tällistock auf der Südseite, dem markierten Bergpfad entlang bis man den Grat erreicht. Von nun an bewegt man sich meist auf dem Grat in Richtung Osten, immer das Muttenhorn vor Augen. Bald sind einige schmale, ausgesetzte und brüchige Stellen zu bewältigen. Einige Felspartien kann man auch auf der rechten Gratseite südlich  umgehen, dadurch verliert man jedoch wieder etwas an Höhe. Die Wegspuren verlieren sich jetzt immer mehr und Markierungen sind auch nicht allzu oft zu finden. Die Orientierung stellt jedoch kein Problem dar, da man das Ziel immer vor Augen hat (irgendwie hat man auch das Gefühl, dass das Muttenhorn nie näher kommt, bis man dann plötzlich auf dem Gipfel steht).

An einer Stelle entschliessen wir uns für die Umgehung einiger Felszacken auf der rechten (südlichen) Gratseite, weil wir nicht einsehen können was uns danach erwartet. Der Grat ist danach meist breit und teilweise schneebedeckt, was aber kein Problem darstellt. Die letzten Höhenmeter steigt man dann noch in leichter Kletterei über Felsblöcke auf den Gipfel.

Für den Abstieg ist dieselbe Route zu empfehlen, wir wählen jedoch den direkteren Abstieg vom Grat auf den Gletscher und können so einige Zeit einsparen. Dabei ist aber eine steile Rinne zu bewältigen, mit Schutt und darunter blankem Eis. Hier kann man leicht ins Rutschen geraten und auch einiges an Geröll auslösen. Hat man einmal den Gletscher erreicht, ist die Begehung in diesem Bereich kein Problem. Das Eis ist rau und griffig und Spalten sind hier keine zu erwarten (je nach Verhältnisse kann sich hier jedoch die Situation schnell und markant verändern). Das gefährlichste am Gletscher ist bei unserer Tour der Schrott in Form zweier Blindgänger unserer Armee. Leider stosse ich auf meinen Touren immer wieder auf allerlei zurückgebliebene Munitionsreste. Umweltschutz hat in unserer Armee offensichtlich keinen hohen Stellenwert. Diese Tatsache ärgert mich auf meinen Touren immer wieder! Zurück zur Tour: nach dem Abstecher über den Gletscher führt uns unsere Route weiter über Schutt und Geröll wieder auf den markieren Weg zurück. Hier haben wir nun beinahe etwas Mühe, die durch die hohen Temperaturen stark angestiegenen Gletscherbäche zu überqueren. Doch mit einigen spektakulären Sprüngen schaffen wir es, auch dieses Hindernis trockenen Fusses zu überwinden. Der letzte Teil der Tour führt uns gemütlich auf einem guten, schon im Aufstieg benutzten Wanderweg zurück zur Passhöhe.

Für den Aufstieg benötigt man knapp 3 Stunden und je nach Variante noch mal 2 – 3 Stunden für den Abstieg (keine grossen Pausen eingerechnet). Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind selbstverständliche Voraussetzungen für diese Tour, wie auch eine angemessene Kondition.

Kartenausschnitt Route               Fotogalerie

Red. WBi September 2009

 


 

Weissmies 4017 M.ü.M. Überschreitung Nordostgrat

Gegen die Mittagszeit starteten wir in Saas Almagell auf 1600 m.ü.M. zu unserer zweitägigen Tour, welche uns über den Nordostgrat auf den 4017 Meter hohen Weissmies führte. Das Wetter präsentierte sich uns von seiner besten Seite, allerdings wurde für den zweiten Tag von Westen her ein Wetterumsturz vorhergesagt. Auf einem gut ausgebauten Bergweg führte uns die Route durch einen schönen Lerchenwald ins Almagellertal. Peter, unser erfahrener Bergführer, legte schon zu Beginn ein beachtliches Tempo vor, jedoch genau wissend, dass wir das Tempo ohne Kraftverschleiss halten konnten. So erreichten wir schon nach etwa eineinhalb  Stunden die Almagelleralp. Hier gab es nun die erste Zwischenverpflegung, einen feinen, hausgemachten Aprikosenkuchen. Jetzt fragte ich mich ein erstes Mal, warum ich so viel Essbares im Rucksack mitschleppte! Ich begnügte mich mit etwas Energie in Form eines Glas Colas, ich hatte ja genügend Proviant dabei (ein Fehler wie sich bald herausstellte)! Nach dieser Pause verlor ich etwas den Rhythmus und hatte Mühe das Tempo zu halten, zudem bekam ich nun tatsächlich richtigen Hunger. Dauernd den feinen Aprikosenkuchen vor Augen, den ich ja nicht gegessen hatte, versuchte ich die kleine Krise zu überwinden. Bald darauf konnte ich aber wieder zu meiner Form finden und problemlos mithalten. Kurz vor unserem Tagesziel, der Almagellerhütte (2894 m.ü.M.), legten wir noch einmal eine Pause ein, um unseren Durst zu löschen. Ich packte die einmalige Chance, nun auch etwas feste Nahrung zu mir zu nehmen. Kaum hatten wir gegessen, ging es auch schon wieder weiter und kurz nach 16.00 Uhr trafen wir bei der Hütte ein.

Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten, blieb noch genügend Zeit die Abendstimmung mit der schönen Aussicht zu geniessen. Anschliessend wurde uns ein ausgiebiges Nachtessen serviert. Peter orientierte uns danach noch über den Ablauf des nächsten Tages, die Wettersituation schien die Tour zuzulassen. Kurz vor 22.00 Uhr stand dann die Nachtruhe auf dem Programm, schliesslich sollte die Tagwache am nächsten Tag bereits um 03.45 Uhr sein.

Obwohl unser Sechserschlag nur mit vier Personen belegt und ausgesprochen ruhig war, konnte ich in dieser Nacht trotz grosser Bemühung keine Minute schlafen. So war ich dann froh, als wir endlich aufstehen durften. Peter hatte bereits das Morgenessen für uns bereit gestellt, er wollte so schnell wie möglich aufbrechen. Zum einen, weil viele Bergsteiger auf dieser Route unterwegs sein würden, zum anderen, weil der Wetterumsturz am Nachmittag zu erwarten war. So starteten wir um 04.30 Uhr zur zweiten Etappe. Peter versicherte uns, das Tempo nun zu drosseln und etwas gemächlicher ans Werk zu gehen. Ich hatte aber den Eindruck, das Tempo sei wieder ganz schön flott, ohne jedoch die geringsten Probleme damit zu haben. Im Licht der Stirnlampen marschierten wir teilweise über Schnee und Geröll zum Zwischenbergpass (3268 m.ü.M.), welchen wir nach einer guten Stunde erreichten. Im Osten bot sich uns ein wunderbares Morgenrot über einem Nebelmeer. Die Route führte nun auf dem Grat weiter Richtung Nordwesten, einen Teil des Grates umgingen wir rechts auf einem gut begehbaren Schneefeld. Nach diesem Schneefeld ging es dann endgültig in die Felsen, wo wir uns zuerst anseilten, um dann in sehr schöner Kletterei im 2. und 3. Schwierigkeitsgrad den Berg zu bezwingen. Die Kletterei dauerte etwas über zwei Stunden und bot einem jederzeit eine traumhafte Aussicht. Ein fantastisches Nebelmeer auf der einen Seite und von der Morgensonne beleuchtete, glühend erscheinende Bergspitzen auf der anderen Seite.

Am Ende des Felsengrates konnten wir eine kurze Verschnaufpause einlegen und die Steigeisen bereit machen, ja sogar eine kleine Zwischenverpflegung war nun möglich! Spass beiseite, nachdem die Eisen montiert waren, ging es auch schon wieder los. Vor uns lag der Gipfelfirst. Zuerst über einen breiten Rücken, anschliessend auf einem schmalen Grat und kurz noch mal über Fels. Dann erblickten wir ihn in Griffnähe: den Weissmies. Bevor wir aber jubeln konnten, lag da noch der Grat zwischen dem Gipfel und uns. Ein unglaublich schmaler Grat aus Schnee und Eis, zwei Füsse mit Steigeisen passten kaum nebeneinander und da musste ich noch rüber. Ich hatte jedoch gar keine Zeit um mir grosse Gedanken zu machen, also Augen auf (nicht zu) und durch. So standen wir bereits um 09.20 Uhr auf dem 4017 Meter hohen Weissmies, meinem ersten Viertausender.

Die Aussicht war ein einziger Traum und ein unglaubliches Gefühl hier oben zu stehen.

Zwanzig Minuten verbrachten wir auf dem Gipfel, als Peter zum Aufbruch drängte. Uns standen nun noch knapp 1000 Meter Abstieg bevor, durch eine imposante, aber gefährliche Gletscherwelt. Über den nun breiten Grat stiegen wir vorsichtig in Richtung Hohsaas ab. Etwa nach einer Stunde Abstieg erreichten wir die wohl gefährlichste Stelle unseres Abstieges. Der Gletscher war hier extrem steil, allmählich begriff ich, warum Peter immer so auf die Zeit drängte. Wenn der Schnee an dieser Stelle weich würde, wäre diese Passage noch viel gefährlicher. Langsam und mit voller Konzentration überwanden wir das Steilstück ohne Probleme. Nun ging es unterhalb eines Gletscherabbruches etwas flacher weiter. Drohende Eismassen über uns veranlassten Peter das Tempo zu erhöhen, Fotohalte liess Peter hier keine mehr zu (die Fotos während des Laufens wurden aber ganz beachtlich!). Jetzt machte sich ein erstes Mal die Müdigkeit bemerkbar, die Konzentration liess nach und schon musste ich erfahren, wie es sich anfühlt, wenn beide Steigeisen sich verhacken. Einen Sturz konnte ich gerade noch verhindern. Margrit hatte da ganz andere Probleme: beim Sprung über eine Spalte hat sie offensichtlich Peter etwas missverstanden. Er sagte ganz eindeutig „vorsichtig über die Spalte springen und gleich weiterlaufen, Margrit – laufen nicht fliegen!!!“ Der Flug war nur von kurzer Dauer und so konnten wir auch noch das letzte Stück Gletscher hinter uns bringen. Bereits um 12.00 Uhr mittags sassen wir im Bergrestaurant Hohsaas und genossen das wohlverdiente Mittagessen. Für einmal durften wir uns etwas Zeit beim Essen nehmen.

Anschliessend beförderte uns die Gondelbahn hinunter ins Tal. Übrigens hielt das Wetter bis zum späten Nachmittag, erst auf der Heimfahrt traf die Schlechtwetterfront ein.

An dieser Stelle möchte ich unserem Bergführer Peter nochmals ganz herzlich für diese super Tour danken, ich fühlte mich zu jeder Zeit absolut sicher und freue mich jetzt schon auf unsere nächste Tour.

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Red. WBi Januar 2009


 

Flüela Wisshorn (3085 M.ü.M.) - Jörisee

Von der Flüela Passtrasse (Davoser Seite) beginnt die Tour beim Wägerhus (2200 M.ü.M.), dem Wegweiser folgend Richtung Winterlücke. Zuerst ca. 1 km südöstlich bis zu einer Verzweigung, danach rechts Richtung Nordosten auf markiertem Pfad bis zur Winterlücke auf 2780 M.ü.M. Nun erblickt man rechts den breiten, teilweise steilen Grat des Wisshorns, zu erkennen ist auch bereits das Steinmännchen vom ersten Gipfel. Für kurze Zeit folgt man dem Grat auf Wegspuren in direkter Richtung zum Gipfel. Auf dem Grat sind verschiedene Varianten möglich, streckenweise ist der Aufstieg auf den Schneefeldern sehr gut zu bewältigen. Danach wieder auf einigen Wegspuren im Geröll, steil dem Gratrücken folgend. Etwa nach zwei Dritteln stösst man auf eine grössere schräge Felsplatte, welche man mit Vorteil rechts umgeht, dazu kann man in eine kurze Rinne absteigen und in dieser die Felspartie umrunden. Ich rate jedoch ab, ganz in die Rinne abzusteigen, sondern vorzugsweise den festen Felsen knapp oberhalb der Rinne zu erklettern. Es zeigt sich nämlich, dass dies die beste Variante ist. Es ist nicht empfohlen die Felsplatte links zu umgehen, obwohl dies verlockend aussieht. Nach dieser etwas schwierigen Partie geht es in leichter Blockkletterei zum Gipfel. Um den höchsten Punkt vom Wisshorn zu erreichen, muss man jedoch noch den luftigen Grat zum nächsten Gipfel überschreiten. Dazu steigt man einige Meter ab und klettert auf den kleinen Felszahn, danach links wieder etwas hinunter und um einen Teil des Grats herum, zum Schluss über den luftigen Grat bis zum Gipfelkreuz. Die selbe Route wähle ich auch für den Abstieg zur Winterlücke.

Der Blick auf die wunderschönen Jöriseen zieht mich förmlich an, somit entscheide ich mich meine Tour zu verlängern und die lohnende Route via Jörisee – Jöriflüelafurgga – Wägerhus unter die Füsse zu nehmen. Der immer noch gute Weg, auch hier rotweiss markiert, führt über Geröll und Schnee auf direkter Linie zu den Jöriseen. Viele kleine Seen in fantastischen Farben sind in dieser wunderschönen Landschaft eingebettet. Beim ersten grösseren der Jöriseen zweigt der Weg links nach Nordwesten bis zu einer weiteren Weggabelung ab, hier hält man sich links, am nächsten See entlang bis zu einer kleinen Brücke. Nach einem weiteren See geht es stellenweise sehr steil in Richtung Jöriflüelafurgga. Geradeaus sieht man Wegspuren, ich halte mich aber rechts und bleibe auf dem markieren Weg. Kurz vor der Furgga ist der Weg etwas ausgesetzt, aber mit Seilen gut gesichert, diese Passage ist nur kurz. Nach dem höchsten Punkt wähle ich eine kleine Abkürzung direkt über Schutt und Geröll, dort gelange ich dann wieder auf den offiziellen Weg. Dieser markierte Weg führt zuerst in nördlicher Richtung, ehe er eine Spitzkehre nach Süden macht. Weiter geht es bis zu unseren bereits bekannten Verzweigung und weiter bis zur Passstrasse (Wägerhus).

Diese schöne Tour ist, bis auf den Abstecher auf den Gipfel, als familientauglich zu betrachten. Nur bei der kurzen, ausgesetzten, aber gut gesicherten Passage bei der Jöriflüelafurgga ist grosse Vorsicht geboten (Kinder evt. anseilen).

Für den Abstecher auf den Gipfel ist Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und eine gute Orientierung, sowie gute Routenwahl absolute Bedingung! Auf der ganzen Tour (auch auf dem familienfreundlichen Teil) ist gutes Schuhwerk selbstverständlich, Turnschuhe haben hier nichts verloren!

Der Zeitbedarf ist schwierig einzuschätzen, bis zur Winterlücke benötigte ich 1 Std. 30 Min., danach nochmals 1 Stunde. Von der Winterlücke zu den Jöriseen und weiter über die Jöriflüelafurgge bis zum Wägerhus brauchte ich nochmals etwa 3 Std. 20 Min. (einige kürzere Pausen mit eingerechnet).

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Red. WBi Juli 2008



Flüela Schwarzhorn (3147 M.ü.M.)- Überschreitung Radüner Rothorn (3022 M.ü.M.)

Das Schwarzhorn ist ein einfacher und familientauglicher 3000er, welcher eine prächtige Aussicht in alle Richtungen bietet. Der Aufstieg ist weitgehend ungefährlich und mit ca. 800 Höhenmetern noch gut zu bewältigen.

Auf der Engadiner Seite, ca. 2325 M.ü.M., folgt man etwas unterhalb der Passhöhe dem Wegweiser in südlicher Richtung bis zu einer Verzweigung. Hier hält man sich rechts und folgt dem guten Weg in gemächlicher Steigung Richtung Süd-West. Später führt er gut markiert über Geröll und etwas Schnee bis zur Schwarzhornfurgga (2883 M.ü.M.). Von hier aus steigt man nach rechts den breiten Gratrücken empor, weiter auf gut sichtbaren Wegspuren bis zum Gipfel.

Der Abstieg folgt derselben Route, wobei ich mich noch für die Überschreitung des Radüner Rothorn (3022 M.ü.M.) entschieden habe. Von der Schwarzhornfurgga benutzt man Richtung Süd den anfänglich noch breiten Grat, dieser wird zunehmend schmaler und ausgesetzter. Nach etwa 100 Metern auf dem Grat steht man vor einem Felszahn, diesen umgehe ich indem ich links steil über Geröll etwa 40 Meter absteige. Der kurze Abstieg ist etwas heikel, da einem oft der Boden unter den Füssen wegrutscht! An einem kleinen See vorbei, teilweise über Schneefelder, weiterhin in südlicher Richtung zum Gipfelaufbau des Radüner Rothorns. Die letzten ca. 80 Höhenmeter bewältigt man, die beste Route suchend, teilweise in leichter Blockkletterei und über Geröll bis zum Gipfel.

Für den Abstieg wähle ich die Route über den kleinen Radönergletscher, wobei ich zuerst etwa 60 Meter Richtung Süden absteige und danach ziemlich direkt zum kleinen See (Punkt 2880.1) gehe, dann links an ihm vorbei bis auf den Gletscher. Auf dem Gletscher begebe ich mich Richtung Norden bis direkt zum See, im unteren Bereich etwas nach rechts ausweichend (Blankeis). Vom See aus suche ich mir den besten Weg durch die Gletschermoräne, zeitweise dem Gletscherbach entlang und praktisch ohne Gegensteigung bis zur Wegverzweigung, von hier auf bekanntem Weg bis zur Passstrasse.

Auf dem Radöntgletscher konnte ich keine Spalten erkennen, jedoch ein relativ markantes Trümmerfeld mit teilweise grossen Blöcken, was auf eine erhebliche Steinschlaggefahr zurückzuführen ist. Bei meiner Tour war es jedoch ruhig in der Nordostwand des Piz Radönt, ansonsten hätte ich diese Route nicht gewählt. Wenn kein Schnee auf dem Gletscher liegt, ist auf jeden Fall von dieser Variante abzuraten, es sei denn man ist mit Steigeisen ausgerüstet. In Anbetracht dieser Tatsachen rate ich im Sommer von dieser zwar sehr schönen Route ab.

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Red. WBi Juli 2008


 

Fluebrig 2092,7 M.ü.M.

Routenbeschreibung (siehe auch Bericht von 1999)

Vom Ochsenboden Parkplatz Golfplatz (929 m) führt ein Strässchen mit gemässigter Steigung  Richtung Süd-Osten. Diesem folgt man durch den Wald bis man wieder ins Freie tritt. Anschliessend zweigt man nach links ab und begeht einen steilen Pfad bis zur Waldhütte (1428 m). Weiter durch den Taleinschnitt bis Schärmen (1579 m). Nun steil nach Obergross (1837 m), jetzt gelangt man über den Verbindungsgrat Wändlispitz - Diethelm an die Süd-Ost-Ecke des Gipfels, wo eine kurze Leiter montiert ist. Nun noch etwa 25 Meter in leichter Kletterei, teilweise mit Ketten abgesichert, auf den Gipfelfirst und über diesen zum Gipfel.

Nach langer Zeit besuchte ich wieder einmal den Fluebrig (Diethelm). An der Normalroute hat sich seither nichts geändert, jedoch an der Qualität der digitalen Fotos.

Nach 2 Std. 50 Min. erreichte ich den Gipfel, ein kalter Wind und zeitweise aufkommender Nebel lud nicht unbedingt zum langen Verweilen ein. So stieg ich bald wieder ab, um mich noch auf die Suche nach dem sagenumwobenen Goldloch (Höhle) zu machen. Im Glauben das Goldloch bereits entdeckt zu haben, steuerte ich ein vielversprechendes Loch im Felsband am Fusse des Diethelms an. Leider zeigte es sich einmal mehr, dass nicht hinter jedem auffälligen Loch gleich eine grosse Höhle stecken muss.

Was mich aber überraschte, war ein teilweise markierter Pfad der Felswand entlang und nach einigen Metern um den Gipfel herum. Knapp 200 Metern später zweigte der nur schwach ausgeprägte Pfad beinahe 180 Grad nach rechts ab und führte in entgegengesetzter Richtung steil über einem Felsband hinauf. Nach wenigen Metern verloren sich die Wegspuren im steilen, mit Gras bewachsenen Gelände. Dieser Terrasse folgend stieg ich weiter auf. Nach ca. 120 Metern hielt ich mich etwa 90 Grad nach links in direkter Richtung zum Gipfel. Bald war auch schon das grosse Gipfelkreuz in Sicht. Von hier aus konnte man den direkten Weg zum Kreuz wählen, ich entschied mich jedoch westwärts um den Gipfelaufbau zu gehen, um die letzten Höhenmeter dann von Nordwesten her zu bewältigen.

Nun stand ich also zum zweiten Mal auf dem Diethelm, ohne jedoch das Goldloch gefunden zu haben. Dafür wurde ich mit besserem Wetter und guter Sicht belohnt. Zudem konnte ich eine andere interessante Aufstiegsvariante ausprobieren. Im Abstieg und bei Nässe ist jedoch eindringlich von dieser Variante abzuraten, denn die Route ist durch zahlreiche, von oben schlecht erkennbaren Felsbändern durchzogen und im Abstieg schwer zu finden.

Mein zweiter Abstieg führte mich danach über die Normalroute, diesmal jedoch bis ins Tal.

Kartenausschnitt Normalroute        Kartenausschnitt ganze Route               Fotogalerie

Red. WBi Juli 2008



Scoul - Piz Triazza - Piz Lischana - S-Charl

Bei etwas bewölktem Himmel nahmen Stefan und ich um ca. 14.00 Uhr unsere Unterengadiner Herbsttour in Angriff. Da wir die Tour in zwei Tagen absolvieren wollten, mussten wir nicht in aller Frühe los und konnten die Sache gemütlich angehen. Irgendwie war die Motivation bei uns beiden nicht so gross, ich hatte über Nacht Halsschmerzen bekommen und Stefan war auch nicht gerade sehr motiviert. Daher haben wir die Tour beinahe verschoben, konnten uns aber dennoch dazu überwinden. Mit dem Start zu unserer Tour begannen wir in San Joan, etwas oberhalb von Scuol. Der steile und eigentlich relativ langweilige Weg bis zur Lischanahütte bewältigten wir in gut 2 Stunden, unserm Etappenziel für den ersten Tag. Erstaunlicherweise stieg mit jedem Höhenmeter auch unsere Motivation und meine Halsschmerzen hielten sich, dank etwas Chemie, einigermassen in Grenzen! So waren wir schliesslich doch froh, die Tour begonnen zu haben. In der Hütte waren nur gerade der Hüttenwart, eine Gehilfin und drei weitere Berggänger, so hatten wir für die Übernachtung einen kleinen Schlag für uns alleine. Das Essen, vom Hüttenwart zubereitet, schmeckte uns vorzüglich. Nach der Mahlzeit bestaunten wir draussen die schöne Abendstimmung und setzten uns mit meiner Familie per Funk in Verbindung. Danach plauderten wir noch einige Zeit mit dem Hüttenwart und besprachen und erkundigten uns über unsere geplante Route. Eigentlich wollten wir auf den Piz San Joan steigen, doch der Hüttenwart riet uns davon ab, der kürzlich gefallene Schnee sei für diese Route viel zu gefährlich! Er schlug den Piz Lischana vor, dieser sei einfacher und weniger gefährlich. Da ich früher schon etliche Male den Piz Lischana  besucht habe, hielt sich meine Begeisterung für diesen Vorschlag in Grenzen. Darauf schlug er uns den Piz Triazza vor, dieser wird zwar weniger begangen, sollte aber trotz der Schneeverhältnisse zu machen sein. So entschlossen wir uns für den Piz Triazza, somit stand doch noch ein neuer Gipfel auf dem Programm.

Nachdem alle Hüttenbesucher längst im Bett waren, genossen wir noch lange unseren Hüttenwein, auch nahmen wir nochmals mittels unserer Funkgeräte Kontakt mit unserer Basisstation in Scuol auf und verkündeten unsere Routenänderung. Schliesslich haben wir auch noch mit unsren Taschenlampen Lichtsignale nach Scuol gesendet und von Mike auch solche zurück erhalten.

Nach einer eher kurzen Nacht mit schlechtem Schlaf starteten wir etwa um 08.00 Uhr zur zweiten Etappe. Meine Halsschmerzen waren über Nacht erfreulicherweise verschwunden, somit war natürlich auch die Motivation wieder voll da. Wir kamen gut voran und erreichten die Passhöhe bereits nach etwa 2 Stunden, einige Spuren im Schnee haben sich da sicher positiv ausgewirkt. Mutterseelenallein in der riesigen Hochebene genossen wir ein erstes Mal das traumhafte Panorama mit einer sehr schönen Wolkenstimmung. Nur von weitem konnten wir zwei weitere Berggänger erblicken, diese waren aber bis zum Ende unserer Tour die letzten menschlichen Wesen.

Um nicht zu viel Höhe zu verlieren, entschieden wir uns für die Route über den breiten Grat. Dies erwies sich dann aber als relativ schwierig, es lag doch an verschiedenen Stellen bis zu einem halben Meter Neuschnee und unser Gipfel war in letzter Zeit nicht besucht worden. Später mussten wir noch eine sehr steile Flanke traversieren, ein bei diesen Verhältnissen sehr schwieriges Unterfangen, unsere Eispickel leisteten hier eine grosse Hilfe. Stefan wollte hier schon abbrechen, doch irgendwie haben wir die Traverse hinter uns gebracht. Leider konnte ich aus verständlichen Gründen diese Traverse nicht fotografisch festhalten. Ich weiss, dies ist nicht üblich für einen Fotografen wie mich, doch für einmal musste ich mich auf das Wesentliche konzentrieren, das heisst, mit allen mir zur Verfügung stehenden Kräften verhindern, abzurutschen! Es waren einfach keine Hände mehr frei für den Fotoapparat, schade!

Nach dieser halsbrecherischen Querung erreichten wir im tiefen Neuschnee um 12.50 Uhr doch noch den Piz Triazza. Nach kurzer Mittagsrast auf dem Gipfel ging es bereits um 13.30 Uhr wieder Richtung Passhöhe. Diesmal jedoch ohne Traverse und ohne Gratwanderung, dafür eben mit ziemlicher Gegensteigung und mühsamem Kampf gegen den vielen Schnee, das Einsinken bis über die Knie waren keine Seltenheit. Mit grossem Kräfteverschleiss, aber relativ schnell erreichten wir bereits um ca. 14.00 Uhr wieder die Passhöhe. Nun warfen wir einen Blick auf den Piz Lischana, und ich sagte leichtsinnigerweise, dass der doch auch noch zu erreichen wäre! Wer Stefan kannte, der weiss, dass ich ihn mit dieser Idee begeistern konnte! Doch so wahnsinnig ernst meinte ich dies doch gar nicht!!! Trotzdem war dies der Startschuss für den zweiten Gipfel an diesem wunderbaren Herbsttag. In rekordverdächtigem Tempo erreichten wir nur gerade 50 Minuten später den Piz Lischana, die Route war allerdings gut gespurt und somit auch viel besser begehbar als jene auf den Piz Triazza. Zu lange durften wir aber auf dem Gipfel nicht mehr verweilen, so traten wir den Rückweg nur etwa 25 Minuten später wieder an. Die Uhr zeigte genau 16.00 Uhr als wir zum letzten Mal die Passhöhe erreichten, nun erlaubten wir uns wirklich keine grossen Pausen mehr, denn der Abstieg ins Val S-charl war noch sehr weit und wir waren wirklich spät dran. Je länger der Abstieg dauerte, desto weicher wurden unsere Beine, dennoch erreichten wir, gesund und glücklich, kurz vor 19.00 Uhr Val S-charl.

Fotogalerie

Red. WBi März 2007

Diese Tour liegt beinahe fünf Jahre zurück, doch ich erinnere mich noch so gut daran, als sei sie gestern gewesen. Den Bericht zu dieser unvergesslichen Tour widme ich meinem verstorbenen Bergkameraden und Freund Stefan welcher mir diese und viele weitere Touren überhaupt ermöglichte.



Grosses Furkahorn (oder doch nicht)

Bei schönstem Wetter und einer Temperatur von angenehmen 10 Grad nehme ich die Route, ausgehend von Belvedere auf 2271 M.ü.M., in Angriff. Anfänglich auf einem gut markiertem Bergpfad, ohne grosse Steigung, entlang der Moräne des Rohnegletschers. Nach knapp einem Kilometer verliert sich der Pfad, die Route führt nun nach rechts, eine steile, mit Felsplatten durchsetzte Grashalde hinauf. Ab hier ist das gemütliche Wandern definitiv vorbei, dafür gewinne ich jetzt schnell an Höhe. Nach diesen Strapazen gibt es in etwas flacherem Gelände etwas Erholung, ehe es dann wieder steil eine Schutt- und Geröllhalde empor geht. Zuerst orientiere ich mich aber noch mittels GPS und Karte, ob ich noch auf Kurs bin. Irgendwie habe ich das Gefühl nicht den richtigen Gipfel anzupeilen, reiht sich doch auf dem etwa 1 km langen Grat zwischen kleinem und grossem Furkahorn ein Felszahn an den anderen! Welcher ist aber nun das grosse Furkahorn? Ich entscheide mich für jenen Gipfel, den mir das GPS anzeigt. Die Distanz zu diesem Gipfel ist jedoch deutlich geringer als jene, die auf dem GPS sichtbar ist, das Furkahorn muss also dahinter liegen. Der Aufstieg wird jetzt richtig mühsam, kein Stein ist wirklich fest, so nach dem Motto: zwei Schritte vorwärts und einer zurück! Die mitgeführten Wanderstöcke erweisen sich hier zwar als teilweise sehr hilfreich (so manches Ausgleiten konnte ich mit den Stöcken noch auffangen). Aber ausgerechnet diese Stöcke waren dann doch für einige Stürze mitverantwortlich. Nun begebe ich mich auf einige Schneefelder, auf welchen ich gut vorankomme  und gelange bald über grosse feste Felsblöcke, mit leichter Kletterei verbunden, auf den Grat und weiter auf den höchsten Punkt. Hier ist  vorläufig Endstation für mich, ein Weiterkommen auf dem Grat ist für mich nicht möglich. Mein GPS gibt mir noch eine Distanz von 350 Metern bis zum Grossen Furkahorn an, nach dem Studium des Kartenmaterials komme ich zum Schluss, dass ich mich auf  Punkt 3115  der Landkarte befinde. Ich markiere meinen Standort im GPS und später zu Hause bestätigte sich dieser Standort.

Da ich mich nun mehr oder weniger damit abgefunden habe, dass ich das Furkhorn nicht erreicht habe, entschliesse ich mich für den Mittagsrast. Die Aussicht ist dennoch grandios, schliesslich bin ich nicht viel weniger hoch als der eigentliche Gipfel. Trotzdem überlege ich mir, es weiter in Richtung Grossem Furkahorn zu versuchen. Dazu steige ich einige Meter ab und umgehe einige Felszacken auf der Westseite. Die Westflanke besteht hier wieder vorwiegend aus Schutt und Geröll. Die Route ist sehr beschwerlich und führt auch über Felsbänder, auszurutschen ist an einigen Stellen absolut tabu. Eine Überraschung in Form eines schlafenden Steinbockes erlebe ich, als ich um einen Felszahn gehe. Da liegt auf einem Felsvorsprung ein ausgewachsener Steinbock mit einem mächtigen Geweih. Ich bleibe sofort stehen und verhalte mich ganz ruhig. Welch ein Glückstreffer, denn ich habe sogar den richtigen Fotoapparat im Rucksack (ich habe doch tatsächlich die Spiegelreflexkamera und zwei Objektive mitgeschleppt)! Vorsichtig ziehe ich die Kamera heraus in der Hoffnung, wenigstens noch ein paar Fotos von diesem Prachtkerl schiessen zu können. Zu meiner Verwunderung lässt sich das Tier nicht gross stören und posiert sogar fürs Fotografieren. Etwa eine ganze Stunde verfolge ich das zutrauliche Tier, ehe ich mich entscheide nun doch langsam den Rückweg einzuschlagen und eine günstige Stelle für den Abstieg zu suchen. In Richtung Furkahorn gibt es definitiv kein Weiterkommen, ein gut 30 Meter tiefer Abgrund in Form einer senkrechten Felswand überzeugt mich eindeutig, einen anderen Weg zu wählen. So orientiere ich mich Richtung Westen und steige langsam über grosse Blöcke ab.  Irgendwie habe ich jedoch kein gutes Gefühl dabei. Könnte dies eine Sackgasse für mich sein, muss ich am Ende alles wieder zurück bis auf meinen Gipfel. Ich wage nicht daran zu denken, ich verspüre absolut keine Lust alles wieder aufzusteigen. Leider öffnet sich aber tatsächlich unter mir ein weiterer unüberwindbarer Abgrund. Jetzt mache ich mir ernsthafte Gedanken, ob ich wirklich ganz zurück muss. Zeit dazu hätte ich schon, aber wollen wollte ich nicht! Ich schaue nun nach oben: wo um Gotteswillen bin ich überhaupt heruntergekommen? Es sieht eigentlich alles ziemlich unbegehbar aus, obwohl ich dort irgendwo abgestiegen bin. Ich steige also wieder etwas auf um einen sicheren Abstand zum gefährlichen Abgrund zu erhalten und bewege mich dem Abgrund entlang zurück Richtung Süden. Nicht für lange, denn bald stosse ich wieder auf einen senkrechten Abgrund, auch hier ist das Absteigen für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Allerdings sehe ich nun einen kleinen Hoffnungsschimmer in Form einer schmalen Rinne genau unterhalb dieser Felswand. Wenn es mir gelingt in diese Rinne abzusteigen und wenn diese Rinne ohne weitere Felsstufe hinunter führt, komme ich um einen beschwerlichen Aufstieg herum. Um in die Rinne zu gelangen, muss ich aber trotzdem ein gutes Stück aufsteigen, schliesslich stehe ich tatsächlich in dieser Rinne. Sie ist aber leider nicht ganz überblickbar, das heisst es könnte sich weiter unten noch eine weitere Felsstufe befinden. Jetzt ist eine Entscheidung gefragt: Absteigen mit dem Risiko alles wieder aufsteigen zu müssen, oder lieber gleich aufsteigen um wieder auf meine Aufstiegsroute zu gelangen. Ich liebe das Risiko, also absteigen…….nein, nein, ich bin ganz einfach zu faul um aufzusteigen. Ich will da hinunter und setze mich talwärts in Bewegung. Noch nicht ganz unten angelangt stehe ich doch tatsächlich vor so einer verflixten Stufe, jedoch nur zwei bis drei Meter hoch und nicht ganz senkrecht. Es handelt sich hier um einige verklemmte Blöcke in der nun sehr schmalen Rinne. Da  diese Stelle ziemlich Steinschlag gefährdet ist, möchte ich nicht lange verweilen und entschliesse mit dort hinunter zu klettern. Dies gelingt auch ohne grosse Probleme und ich erreiche ohne erneuten Aufstieg endlich flacheres Gelände. Von hier aus könnte ich nun eigentlich wieder bequem zu meiner Aufstiegsroute gelangen und auf dem mir bekannten Weg absteigen. Aber wenn ich schon mal hier bin, will ich auch weiter auf direktem Weg in Richtung Rohnegletscher zu gehen. Schliesslich könnte sonst noch Langeweile entstehen, wenn ich auf demselben Weg zurück gehe . Die nun eingeschlagene Route erweist sich sogar bald als angenehmer und sicherer für den Abstieg. Traf ich wenigstens hier die richtige Wahl? Nun stehe ich oben auf der Moräne des imposanten Rohnegletschers und verharre vor einer weiteren Entscheidung: entweder die Moräne zu traversieren und wieder etwas aufzusteigen um auf den markierten Bergpfad zu gelangen, oder auf der Moräne zum Gletscher abzusteigen und am Rand des Gletschers bis zum Belvedere zu marschieren. Der Gletscher ist ziemlich flach und sollte am Rand ja keine allzu grossen Spalten aufweisen. Zum Aufsteigen habe ich so oder so nicht die geringste Lust und traversieren auf dieser Schutthalde......danke nein! Ich suche mir lieber den besten und sichersten Weg die Moräne hinunter zum Gletscher. So wähle ich beim Abstieg möglichst grosse und feste Steine aus, welche sicheren Halt bieten! Doch plötzlich geht alles blitzschnell: der Boden unter meinen Füssen gibt nach, was zur Folge hat, dass ich ohne Boden unter den Füssen zwangsläufig den Halt verliere und rückwärts gegen den Hang stürze um anschliessend auf einem Felsbrocken zu sitzen als ob nichts geschehen wäre. Der grosse Stein, welchem ich so vertraute, donnert mit Getöse in Richtung Gletscher, dabei löst er eine regelrechte Steinlawine aus, welche eine grosse Staubwolke hinterlässt. Obwohl ich ja auch dort hinunter will, bin ich heilfroh, dass ich jetzt hier sitze und nicht zusammen mit diesen Steinen unterwegs zum Gletscher bin. Meine grösste Sorge gilt jetzt aber den Steinen über mir, denn: kämen diese ins Rutschen, würde es echt ungemütlich. So steige ich möglichst schnell, aber mit grösster Vorsicht weiter ab, dabei  kullern immer wieder Steine die Schutthalde hinunter, doch nach einigen Minuten erreiche ich unversehrt den Rand des Rohnegletschers. Ich begebe mich nun auf den Gletscher, dessen Eis aufgeraut und sehr griffig ist. Dies erlaubt mir auch etwas weiter auf den Gletscher zu gehen, denn am Rand hört man immer wieder Steine herunterkullern. Die Spalten erweisen sich aber dennoch als grösser, breiter und tiefer als angenommen. Oje, was jetzt? Wenn ich mir das lose Gestein der Gletschermoräne so anschaue, fühle ich mich auf dem mit einigen Spalten durchzogenen Gletscher trotzdem wesentlich sicherer. Also nehme ich den  weiteren Marsch auf dem Gletscher in Angriff, dabei heisst es „Augen offen halten“. Einige Spalten muss ich umgehen, einige kann ich überqueren. An einigen wenigen Stellen liegt noch Schnee auf dem Eis, diese Stellen meide ich. Ein etwas mulmiges Gefühl kommt auf, als ich im Innern des Gletscher lautes Wasserrauschen vernehme, doch schliesslich erreiche ich problemlos den Holzsteg, welcher zur Eisgrotte führt. Nun sind es nur noch wenige Meter bis zum Auto. Ich habe zwar mein Ziel nicht ganz erreicht habe, trotzdem bin ich sehr zufrieden, denn den Steinbock hätte ich nicht gesehen, wenn ich nicht die falsche Route eingeschlagen hätte. Den richtigen Weg kenne ich jetzt, sodass ich das Grosse Furkahorn zu einem späteren Zeitpunkt doch noch bezwingen kann, dann wähle ich aber ganz sicher die normale Abstiegsroute und keine Gletschermoräne und keinen Gletscher. Übrigens habe ich nun einen Schleichweg gefunden um ohne zu bezahlen in die Eisgrotte zu gelangen, den genauen Weg habe ich mit dem GPS aufgezeichnet, siehe Karte. Achtung, dieser Schleichweg ist aber doch etwas beschwerlich und nimmt einige Zeit in Anspruch. Wer also schneller und sicherer zur Gletschergrotte gelangen will, sollte doch lieber den Eintritt bezahlen und den offiziellen Weg benutzen!

Also wieder eine Tour mit Hindernissen im Furkagebiet (siehe Bericht vom Kleinen Furkahorn!). Trotzdem werde ich wohl auch das Grosse Furkahorn ein weiteres Mal in Angriff nehmen, die Route sollte mir nun wirklich bestens bekannt sein, ich werde dann möglichst auf Abkürzungen verzichten, um das Ziel auch sicher zu erreichen!

Fotogalerie

Red. WBi September 2006



Minsterschlucht

Das Oberiberg im Sommer zum Wandern und im Winter zum Skifahren einlädt, wissen wahrscheinlich die meisten Leser. Dass es aber in Oberiberg eine wunderschöne Schlucht gibt, ist sicher weniger bekannt. Wir haben diese Schlucht, welche auf den ersten paar Metern mit einem Weg erschlossen ist, nun etwas genauer erkundigt. Als uns JR wieder einmal besuchte, starteten wir die Expedition Minsterschlucht (keine Angst, trotz der Mithilfe von JR verlief die erste Expedition unfallfrei!). Wir erkundeten an diesem Tag den ersten etwas einfachere Teil der Schlucht. Unsere Ausrüstung? Wir hatten keine! Trotzdem kamen wir ziemlich weit voran, dies war aber nur möglich indem wir uns, trotz eher tiefer Temperaturen, an einigen Stellen, unserer Kleider entledigten. Unser erster Vorstoss mussten wir dann aber, mangels Zeit und Ausrüstung abrechen.

Da wir noch lange nicht die ganze Schlucht gesehen hatten, unternahm ich, diesmal mit Stefan eine weitere Tour. Diesmal etwas besser ausgerüstet und bei sommerlichen Temperaturen. Den ersten Teil bezwangen wir relativ schnell, weil wir uns von Anfang an im Wasser fortbewegten. Dort wo wir das erste Mal abbrechen mussten, fingen nun bereits die ersten Schwierigkeiten an, es zeigte sich, dass auch diesmal unsere Ausrüstung ungenügend war. So mussten wir aus der Schlucht heraus steigen und nach der problematischen Stelle wieder einsteigen. Nun konnten wir uns wieder, mehr schlecht als recht, in der Schlucht fortbewegen.. Bald stiessen wir aber erneut an eine, für uns unüberwindbare Stelle. Diese wäre nur mit Seil und Neoprenanzug zu bewältigen gewesen! So kehrten wir um und suchten eine geeignete Stelle, um aus der Schlucht auszusteigen. Nachdem wir herausgestiegen waren, suchten wir wiederum eine Möglichkeit erneut in die Schlucht zu gelangen. Leider war dies aber nicht mehr möglich, sodass wir ausserhalb der Schlucht bleiben mussten. Als wir das Ende der Schlucht erreichten, nahmen wir uns den unteren Teil der Schlucht  von unten her in Angriff. Wir stiegen die Schlucht hoch, bis etwas unterhalb der Stelle, an welcher wir vorher umkehren mussten. So hatten wir fast die ganze Schlucht erkundet, nur ca. 100 – 200 Meter blieben uns verborgen. Diese Stelle ist sehr eng und nirgends einsehbar, ohne richtige Canyoningausrüstung, ist da nichts zu machen. Trotzdem waren wir zufrieden und mussten feststellen, dass die so unscheinbare Minsterschlucht, ein wahres Wunder der Natur darstellt und praktisch nie begangen wird.

Diese Tour ist nicht ungefährlich und verlangt Trittsicherheit und gutes Wetter (Achtung Gewitter -----> Hochwasser) !

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Fotos: Johnny Rütti & Werner Bindschedler                                                                       

Red. WBi Januar 2003



Kl. Furkahorn (3026,2 M.ü.M.)

Ausgangspunkt dieser schönen und einfachen Tour ist der Furkapass bei Gallenbödmen (2427 M.ü.M.) zirka 400 m vor der Passhöhe auf der Urner Seite. Von hier steigt man in westlicher Richtung auf einem Bergpfad die steile Alpwiese empor, bis auf den Grad auf welchem die Kantonsgrenze zwischen dem Wallis und dem Urnerland verläuft. Diesem folgt man nun meistens im Geröll und über grosse Felsblöcke in nördlicher Richtung bis zum Gipfel des kleinen Furkahorn. Der Aufstieg ist gut markiert und verlangt gutes Schuhwerk und gute Trittsicherheit, je nach Jahreszeit ist mit einigen Schneefeldern zu rechnen. Auf dem Gipfel wird man mit einer prächtigen Aussicht auf die umliegenden Gipfel, und den imposanten Rhonegletscher belohnt. Für den Abstieg sollte die gleiche Route gewählt werden wie für den Aufstieg.

 

 

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Abstieg mit Hindernissen !

 Red. WBi Februar 2001


 

Fluebrig 2092,7 M.ü.M.

Fluebrig8.jpg (72379 Byte)Der Fluebrig besteht aus drei Gipfeln, im Vordergrund liegt der Wändlispitz 1971 M.ü.M. ein imposanter Turm. Dahinter der Hauptgipfel genannt Diethelm mit 2092,7 M.ü.M. der höchste Punkt des Fluebrigmassivs. Der NE-Gipfel, der Dritte im Bunde des Fluebrigs hat auf der Karte keinen Namen erhalten, wird Wyss Rössli genannt und ist mit 2018 M.ü.M. der zweithöchste Gipfel. Nachfolgend beschreibe ich die einfachste und sicherste Route auf den Diethelm, diesen erreicht man in ca. 3-3,5 Std. ab Ochsenboden (Studen).Der Aufstieg ist relativ einfach und erfordert nur im obersten Teil leichte Kletterei, welche an einer Stelle mit einer fest montierten Leiter einfach bewältigt werden kann. Da eine Höhendifferenz von über 1100 Metern bewältigt werden muss, ist dieser Berg konditionel relativ anspruchsvoll. Im Oberen Teil ist der Grat teilweise etwas ausgesetzt, was gutes Schuhwerk und Trittsicherheit voraussetzt.

Vom Ochsenboden (929 m) führt ein Strässchen mit gemässigter Steigung in Richtung Süd-Osten. Dieses wird verfolgt, bis man aus dem Wald tritt. Anschliessend zweigt man nach links ab und begeht einen steilen Pfad bis Waldhütte (1428 m). Weiter dem Taleinschnitt bis Schärmen (1579 m). Nun steil nach Obergross (1837 m) jetzt gelangt man über den Verbindungsgrad Wändlispitz - Diethelm an die Süd-Ost Ecke des Gipfels. An dieser Stelle empfehle ich, Kinder und eventuell auch Ungeübte anzuseilen. Nun etwa 25 Meter in leichter Kletterei auf den Gipfelfirst und über diesen zum Gipfel.

Für den Abstieg wählte ich die Route Richtung Wäggital, von der Süd-Ost Ecke des Gipfels steigt man einen Pfad in nördlicher Richtung hinab. Bei der Alphütte (1588 m) zweigt man links ab und geht weiter Richtung Fläschlipass (1368 m). Von hier aus folgt man Richtung Süden dem Weg nach Studen.

Fluebrig2.jpg (37875 Byte)Fluebrig4.jpg (30071 Byte)Fluebrig5.jpg (30118 Byte)Fluebrig6.jpg (36249 Byte)Fluebrig9.jpg (70373 Byte)Fluebrig10.jpg (25203 Byte)Fluebrig13.jpg (37616 Byte)

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Red. WBi Aug. 1999


 

Höch Hund 2212 M. ü. M

Mit dem Auto fährt man ganz ins obere Sihltal, die Strasse ist durchgehend geteert, führt aber über einige Wasserrinnen, daher ist ein Auto mit genügend Bodenfreiheit von Vorteil. Man beginnt hier die Tour auf einer Höhe von 1200 M. ü. M und folgt dem Alpweg in südlicher Richtung durch den Wald. Man folgt weiter in südlicher Richtung dem Pfad bis Stagli (1451 M.). Weiter auf dem Pfad, welcher nun etwas nach links abzweigt, bis zur Sihltalhütte (1592 M.) Der Pfad führt nun wieder in Richtung Süden bis auf 1600 M., von hier aus geht man Süd - westlich in Richtung Einsattlung zwischen Drusberg und Twäriberg (Twärilücke), der Pfad verliert sich hier an einigen Stellen, ist aber im oberen Teil der Geröllhalde wieder ausgeprägter. Von der Lücke folgt man weiter dem Pfad bis zur Ostflanke des Drusbergs und weiter Richtung Osten über einen anfangs breiten, mit Gras bewachsenen Grat. Rasch wird dieser Grat schmal und felsig (teilweise sehr brüchig) und führt über die Chläbdächer zum Gipfel des Höch Hund (2212 M. ü. M.) Bei der Gratüberschreitung ist es von Vorteil, einige Felstürme auf schmalen leicht abschüssigen Felsbändern zu umgehen. Ich empfehle bei der Gratüberschreitung unbedingt Seilsicherung. Der Höch Hund wird eher selten begangen, daher stösst man hier nicht selten auf sehr viel Steinwild. Für den Abstieg folgt man dem nun etwas breiteren Grat abwärts bis zur Einsattlung zwischen Höch Hund und dem Mieserenstock. Von hier weglos nach Norden, Gras bewachsene mit zahlreichen Felsbändern durchsetzte Steilstufen herunter (Bei Nässe oder Nebel ist dringend von dieser Abstiegsvariante abzuraten !). Danach die beste Route suchend, an einer Jagdhütte vorbei, bis zur Sihltalhütte und weiter auf der Aufstiegsroute zurück zum Auto.

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                                                                                                                    Red. WBi Oktober 1999


 

Wasserbergfirst 2040 M.ü.M.

Von der Ortschaft  Muotathal fährt man über eine schmale Bergstrasse bis Liplisbuel. Danach fährt man noch ca. 600 Meter weiter und überquert den Bach bis zum Fahrverbot, dort kann man sein Fahrzeug abstellen. Von hieraus (ca. 1240 M.ü.M.) muss man zuerst in Richtung Osten dem anfangs schwach ausgeprägten Bergpfad folgen, anschliessend dem Pfad folgend in süd- östlicher Richtung über ein erstes Felsband in Richtung Zingel. Ab der Zingelalp (1793 M.ü.M.) hält man sich noch etwa 200 Meter östlich, danach folgt man dem Pfad steil in nördlicher Richtung nach Oberen Träsmeren (1986 M.ü.M.). Ab Träsmeren folgt man dem Pfad nun etwas weniger steil in östlicher Richtung. Noch bevor man das Träsmerenseeli erreicht hat, zweigt man in nördlicher Richtung ab. Der steile Pfad verliert sich hier immer wieder. Ab einer Höhe von ca. 2200 M.ü.M. hält man sich links im Sinne der Aufstiegs, bis zu höchsten Punkt des Gipfelfirstes (2340 M.ü.M.). Die ganze Route ist markiert, die Markierungen verlieren sich jedoch an einigen Stellen. Bei Nässe und Nebel ist äusserste Vorsicht geboten, da einige Felsstufen umgangen werden müssen. Gutes Schuhwerk und gute Trittsicherheit sind Voraussetzung für diesen Gipfel. Ich habe eine GPS-Gerät mitgeführt und eine Wegdistanz von 2,7 Km bei einer Höhendifferenz von 1100 Metern gemessen. Drei Stunden für den gesamten Aufstieg sollten reichen. Zu empfehlen ist ausserdem das Blatt Nr. 1172 Muoathal vom Bundesamt für Landestopografie im Massstab 1: 25000.

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Red. WBi November 2000